Die Kapverden sind kein perfektes Reiseziel – und das solltest du vor der Buchung wissen. Die größten Nachteile sind der kräftige Wind im Winter, Strömungen an vielen Stränden und die karge Landschaft auf den Badeinseln. Fast alles davon lässt sich mit der richtigen Insel, dem richtigen Strand und dem richtigen Monat umgehen.
Die Nachteile auf einen Blick
| Nachteil | Betrifft vor allem | Lösung |
|---|---|---|
| Wind | Sal, Boa Vista, Nov–März | Mai/Juni oder Sept/Okt reisen |
| Strömungen | Offene Atlantikstrände | Geschützte Buchten wählen |
| Karge Landschaft | Sal, Boa Vista, Maio | Santo Antão dazunehmen |
| Abgelegene Resorts | Vor allem Boa Vista | Sal mit Santa Maria wählen |
| Preise | Restaurants, Bars | All-inclusive oder einheimische Lokale |
| Wenige Direktflüge | Sommer, kleinere Flughäfen | Flugtage früh prüfen, sonst via Lissabon |
1. Der Wind
Von etwa November bis März weht der Nordost-Passat kräftig – genau in den Monaten, in denen die meisten Deutschen kommen. Auf den flachen Badeinseln Sal und Boa Vista fliegt dann der Sand, Sonnenschirme haben es schwer, das Meer ist bewegter, und abends ist es am Strand frischer, als die Temperatur vermuten lässt.
Was du tun kannst: Wähle ein Hotel mit windgeschütztem Poolbereich, pack eine leichte winddichte Jacke ein – oder reise im Mai/Juni oder September/Oktober, wenn der Wind schwächer ist. Kitesurfer sehen den Wind natürlich als Vorteil.
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2. Das Meer ist nicht überall sicher
Viele der schönsten Strände liegen am offenen Atlantik, mit Strömungen und kräftiger Brandung. Rettungsschwimmer gibt es nur vereinzelt. Die offizielle gelbe Flagge bedeutet: ins Wasser gehen ja, schwimmen nein.
Was du tun kannst: Bade in geschützten Buchten wie Santa Maria auf Sal oder der Bucht von Sal Rei auf Boa Vista, achte auf Flaggen und frag vor der Buchung, ob der Strand deines Hotels in deinem Reisemonat meist badetauglich ist.
Mehr dazu: Strände auf Sal: wo man baden kann
3. Karge Landschaft auf den Badeinseln
Sal, Boa Vista und Maio sind flach, trocken und wüstenartig. Wer grüne Palmenlandschaften wie auf Katalogbildern der Karibik erwartet, ist enttäuscht. Sal bedeutet nicht umsonst „Salz“.
Was du tun kannst: Komm wegen Strand, Meer und Sonne – oder kombiniere eine Badeinsel mit dem grünen Santo Antão zum Wandern.
Mehr dazu: Welche Insel passt zu dir?
4. Resorts liegen oft abgelegen
Vor allem auf Boa Vista stehen die großen All-inclusive-Resorts verstreut an der Küste, weit weg vom Hauptort Sal Rei. Abends gibt es kaum etwas in Gehweite, jede Fahrt kostet Taxigeld.
Was du tun kannst: Wenn du gern essen gehst, wähle Sal und wohne in oder nahe Santa Maria. Auf Boa Vista plane ein, dass du vor allem im Resort bleibst.
Mehr dazu: Sal oder Boa Vista?
5. Kein Billigziel
Fast alles wird importiert. Restaurant- und Barpreise liegen ungefähr auf westeuropäischem Niveau; ein Essen im einheimischen Restaurant kostet etwa 10–20 € pro Person, in Lokalen für Touristen mehr.
Was du tun kannst: All-inclusive ist auf Sal und Boa Vista oft die günstigste Lösung. Kleine einheimische Lokale sind meist günstiger und besser als die auf Touristen ausgerichteten.
Mehr dazu: All-inclusive: lohnt es sich?
6. Saharastaub im Winter
Mehrmals pro Winter, am häufigsten etwa von Dezember bis Februar, legt sich Staub aus der Sahara über die Inseln (bruma seca). Der Himmel wird milchig, Fotos wirken flau, und Flüge zwischen den Inseln können sich bei schlechter Sicht verspäten.
Was du tun kannst: Meist dauert das nur ein paar Tage. Wer empfindliche Atemwege hat, sollte es wissen; wer Inselhopping macht, plant Puffer ein.
Mehr dazu: Mehr zum Saharastaub
7. Inselhopping ist mühsamer als gedacht
Inlandsflüge sind selten, Flugpläne ändern sich, Verspätungen sind häufig, und Fähren fahren nicht zwischen allen Inseln. Auf die grüne Wanderinsel Santo Antão kommst du nur per Fähre ab São Vicente.
Was du tun kannst: Zwei Inseln in einer Woche sind entspannt, drei sind knapp. Buche nie einen Inlandsflug oder eine Fähre am Tag deines Rückflugs.
Mehr dazu: Inseln sinnvoll kombinieren
8. Wenige Direktflüge ab Deutschland
Nonstop-Flüge gibt es vor allem saisonal mit TUIfly ab Düsseldorf, Frankfurt, Hannover, München und Stuttgart, an bestimmten Wochentagen. Im Winter 2026/27 geht es laut Reiseveranstaltern über Boa Vista nach Sal, also mit Zwischenstopp. Im Sommer gibt es weniger Verbindungen.
Was du tun kannst: Prüf die Flugtage, bevor du dein Reisedatum festlegst. Ohne Direktflug ist Lissabon die verlässlichste Verbindung.
Mehr dazu: Flugzeit ab Deutschland
9. Leitungswasser ist nicht trinkbar
Auf Sal und anderen trockenen Inseln wird das Wasser größtenteils entsalzt; trinken solltest du es nicht.
Was du tun kannst: Wasser in Flaschen gibt es überall günstig, viele Resorts haben Nachfüllstationen.
10. Strandverkäufer und Straßenhunde
In Santa Maria wirst du am Strand oft auf Sonnenbrillen, Schmuck oder Ausflüge angesprochen. Straßenhunde und -katzen laufen frei herum.
Was du tun kannst: Ein freundliches, bestimmtes „Nein, danke“ reicht. Die Hunde sind selten aggressiv – streichle oder füttere sie trotzdem nicht.
Mehr dazu: Reiseführer Sal
Lohnt sich ein Urlaub auf den Kapverden trotzdem?
Für die meisten ja – wenn die Erwartungen stimmen. Die Kapverden bieten fast garantierte Wintersonne rund sechs Flugstunden von Deutschland entfernt, kaum Zeitverschiebung, warmes Meer und eine entspannte Atmosphäre. Wer Strand, Sonne und Wassersport sucht und den richtigen Strand wählt, wird selten enttäuscht.
Weniger passend sind die Kapverden für Reisende, die üppig grüne Landschaften am Strand, perfekte Windstille im Winter oder ein günstiges Fernreiseziel erwarten. Die ehrliche Kurzformel: Sal für die erste Reise, Boa Vista für Ruhe und Schildkröten, Santo Antão für die Natur.
Häufige Fragen
Was sind die größten Nachteile der Kapverden?
Vor allem der kräftige Wind von November bis März, gefährliche Strömungen an vielen offenen Stränden, die karge Landschaft auf den Badeinseln, recht hohe Preise in Restaurants und abgelegene Resorts auf Boa Vista. Dazu kommen gelegentlich Saharastaub im Winter und mühsames Inselhopping.
Ist es auf den Kapverden immer windig?
Eine Brise weht fast immer. Am stärksten ist der Passat etwa von November bis März, am schwächsten von Juli bis Oktober. Auf Sal und Boa Vista merkst du den Unterschied deutlich.
Sind die Kapverden teuer?
Mittel. Weil fast alles importiert wird, liegen Restaurantpreise ungefähr auf westeuropäischem Niveau; ein Essen im einheimischen Restaurant kostet etwa 10–20 € pro Person. All-inclusive ist auf Sal und Boa Vista oft die günstigste Lösung.
Kann man auf den Kapverden überall baden?
Nein. Viele offene Strände haben starke Strömungen und keine Rettungsschwimmer. Geschützte Buchten wie Santa Maria auf Sal oder die Bucht von Sal Rei auf Boa Vista sind die sichere Wahl.
Lohnt sich ein Urlaub auf den Kapverden?
Ja, wenn du Strand, Sonne und Wassersport suchst und den richtigen Strand wählst. Für grüne Landschaften, Windstille im Winter oder ein günstiges Reiseziel sind die Badeinseln weniger geeignet.
Nächster Schritt: Entscheide dich zwischen Sal und Boa Vista und wähle die beste Reisezeit.
